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Patara Elephant Farm

Elefanten im Tourismus – das löste bei mir bisher ganz Grundsätzlich ein Abwehrverhalten aus. Zu viele negative Dinge hatte ich bisher über die Haltung dieser Tiere gelesen, als das ich solch etwas unterstützen wollte.

Elefanten gehören nicht in ein Reservoir oder gar eine „Farm“ und schon gar nicht nutzt man Elefanten für touristische Zwecke. Doch ich wollte dem Projekt der Patara Elephant Farm wenigstens eine Chance geben – schliesslich versuche ich jemand zu sein, der sich mit etwas auseinandersetzt, bevor er sich eine Meinung darüber bildet. Also beschloss ich während der Planung von #Asien2014 die Elefanten Farm in Chiang Mai zu besuchen.

Natürlich wollte ich mich schützen. Schützen davor, das man mir sagt den Elefanten gehe es gut und in Wahrheit geht es Ihnen schlecht. Schützen davor, das man mir etwas vorspielt und ich dies zum Schluss gar noch berichte… Also informierte ich mich bei PETA darüber, wie ich erkennen kann, wie es den Elefanten geht. Ebenso informierte ich mich beim EREC (Elephant Research and Education Center) der Universität Chiang Mai. So konnte ich immerhin eine Liste erarbeiten, auf die ich bei meiner Reise achten konnte. Eines vorweg, es war die bisher tiefgründigste Recherche, die ich jemals für einen Beitrag betrieben habe und dennoch: Es gibt keine 100%ige Sicherheit. Ich kann hier lediglich nach Gefühl und bestem Wissen gehen…

Die Liste, worauf bei den Tieren zu achten ist, war nach zahlreichen Gesprächen (u.a. mit Tierschützern und Elephantenexperten) und der Lektüre von zwei Büchern zum Thema Elephanten gemacht. Hier meine Punkte:

1) Ist der Elefant angekettet? (Wenn ja: Ist die Kette mindestens 3.5m lang?)
Ja, die Elefanten werden in der Nacht angekettet. Der Vorteil davon? Die Elefanten leben in „freier“ Natur und nicht in einem abgesperrten Zoo wie an anderen Orten in Asien/Afrika. Die Kette ist je nach Tier zwischen 3.1 und 4.9m lang. Die kleinen Elefanten werden nicht angebunden, Mütter erhalten eine besonders lange Kette (6m).

2) Hat der Elefant an den Gelenken, am dem Kopf oder dem Hinterteil Wunden/Narben/Stichstellen?
Bei zwei Elefanten sind mir Narben am Kopf aufgefallen. Beide Tiere beobachtete ich daraufhin intensiver. Bei einem der Tiere führe ich die Narben auf das starke Kratzen an Bäumen und Felsen zurück – beim anderen Tier konnte mir niemand wirklich Auskunft geben. Die Narben beim zweiten Tier sahen jedoch schon sehr verheilt aus – als Amateur gehe ich von Verletzungen aus, die länger zurückliegen. Die Farm hat insgesamt 57 Elefanten (inkl. Baby’s), sämtliche Tiere habe ich mir ansehen können.

3) Befinden sich an genannter Stelle Pulver? (Kann Pulver zur Wundheilung sein).
Nein.

4) Schüttelt der Elefant ständig mit dem Kopf oder weist andere Verhaltensauffälligkeiten auf?
Bei einem der Tiere ist mir eine Verhaltensaufmerksamkeit aufgefallen. Das Tier schüttelte ständig mit dem Kopf und lies, auch ohne Bedrohungslage, den Rüssel auf den Boden „knallen“. Ein typisches Zeichen dafür, das sich ein Elefant bedroht fühlt und/oder droht…

5) In welchem Zustand befindet sich die Farm? Ist sie gepflegt? Sieht es nach einer, für Elefanten, ansprechenden Umgebung aus?
Die Patara Elephant Farm ist in einem ausgezeichneten Zustand. Sehr natürlich gehalten, schlafen die Tiere in Gruppen an verschiedenen Orten.

6) Wie gut geben die Mahuts Auskunft über das Verhalten der Tiere?
Grundsätzlich ja. Einzig gestört hat mich, dass die Mahut’s zu oft davon reden, dass die Tiere Happy sind. „Wofür steht es, dass der Elefant den Rüssel auf den Boden knallt?“ „Happy… Happy…“. Ansonsten gab man mir soweit ich dies kontrollieren konnte korrekt Auskunft. Die Mahuts verbringen beinahe 24 Stunden beim Elefanten und schlafen auch in dessen Nähe. Sie kennen die Tiere also ausserordentlich gut. Wenn die Mahuts sagen, dass das Tier „Happy… Happy“ sei, liegt dies wohl am fehlenden englischen Wortschatz um genauer Auskunft zu geben. Pat, der Besitzer der Farm hat mir z.B. das Verhalten und die Bedeutung des Elefanten der mit dem Rüssel auf den Boden schlägt sehr gut erklärt. Er erklärte mir zudem, dass dieser Elefant aus Bangkok stammt und dort als Baby auf der Strasse turnen musste und für Bilder mit Touristen stillhalten oder auch tanzen musste.

Die Patara Elephant Farm machte auf mich einen sehr guten Eindruck. Auch das EREC bestätigte mir die Zusammenarbeit mit der Farm – man kontrolliere regelmässig verschiedene Farmen und die Patara Elephant Farm fällt hier sehr positiv auf. Ich verbrachte eine Woche zusammen mit den Mahuts, begleitete sie bei der Arbeit mit den Tieren und durfte auch viel hinter die Kulissen blicken.

An dieser Stelle auf jeden Fall schonmal ein riesiges Dankeschön an Amazing Thailand Schweiz und Gretz Communication. Thailand hält wunderbare Dinge bereit, auf die ich nicht vorbereitet war und die mich einfach nur glücklich machen. Halt AMAZING Thailand.

Wie die Woche verlief? Lassen Wir für heute einfach mal einige Bilder und ein Video sprechen:

Der wundervolle Wasserfall in der Farm – hier liess ich es mir nicht nehmen, täglich eine Dusche zu nehmen. 5 Grad kaltes Wasser am Morgen um 07:00 Uhr? EASY.
Patara Elephant Farm Wasserfall

Der zauberhafte Märchenwald, durch den die „Elephant owner for a day“ Tour führt.
Patara Elephant Farm Wald

Thara, ein Geschenk von Gott an diese Welt ;) Einfach ein wundervoller Charakter – wer REISEWERK auf Facebook folgt, weiss was ich meine.

Patara Elephant Farm Thara and Me 2

Patara Elephant Farm Thara and Me 1

Patara Elephant Farm Thara and Me

Patara Elephant Farm Thara

Patara Elephant Farm Drei gegen einen

Patara Elephant Farm the Doi Guesthouse

Patara Elephant Farm (7)

Patara Elephant Farm (8)

Patara Elephant Farm Baby's

Schöne Menschen, wundervolle Tiere – grossartige Motive ;)
Patara Elephant Farm Elefantenpflege

Patara Elephant Farm (6)

Patara Elephant Farm (5)

Patara Elephant Farm (4)

Patara Elephant Farm (3)

Patara Elephant Farm (2)

Patara Elephant Farm (1)

Patara Elephant Farm

Und nun? FILM AB:

5 Fragen rund um die Patara Elephant Farm:

1) Patara Elephant Farm Preis?
5800 Baht (rund 160CHF / 129 Euro) inkl. Fotos und Filmaufnahmen, welche das Team tagsüber macht.

2) Um welche Uhrzeit startet die Elephant Owner for a day Tour?
Du wirst von einem Mitarbeiter im Hotel abgeholt, den genauen Zeitpunkt erfährst du kurz nach der Buchung (Meist am Morgen gegen 07:30 Uhr)

3) Wo kann man Tickets für die Patare Elephant Farm buchen?
Unter diesem Link erhältst du alle Angaben.

4) Wie viele Elefanten befinden sich in der Patara Elephant Farm?
Zur Zeit inkl. den neuen Baby’s sind es 57 Elefanten, welche auf verschiedene Orte in der Farm verteilt sind.

5) Wie gross ist die Farm?
Das weiss nichtmal der Besitzer so ganz genau (Oder er wollte es mir nicht sagen :D ). Mit dem Auto fährt man rund 45 Minuten durch die Farm – dies nur um die Farm zu durchqueren. Die Übernachtungsplätze der Elefanten liegen rund 10 Fahrminuten auseinander.

Ihr seht, die Woche hielt wunderbare Momente in Hülle und Fülle bereit. Bald werde ich euch mehr erzählen und noch mehr visuelle Eindrücke liefern – zuerst einmal bin ich nun im Tempel. Hier werde ich 10 Tage ohne Internet, Facebook und Co. verbringen und meditieren. Eine ganz neue Erfahrung.

Disclaimer: Die Reise #Asien2014 wird von Amazing Thailand, tourasia, Singapore AirlinesSwissotel, NikonSalewa und GoVacation unterstützt.

18 Comments on this Post

  1. „amazing thailand“ :-)

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  2. Ich behaupte ja immer, dass ich Thailand nicht mag… vielleicht muss ich das nochmals überdenken :) macht Lust auf mehr!

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  3. Nicole Bell

    Stella hat soeben das Video gesehen und will JETZT und SOFORT und also UNBEDINGT auf einem Elefanten reiten! Auf dem Rüssel! Und Baby-Elefanten streicheln! Ich seh schon: nächstes Jahr gibt’s einen Trip nach Asien…

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    • Da verstehe ich die grosse sehr gut :) Und ein Asientrip ist doch ne coole Idee – vielleicht sehen wir uns dann ja in Chiang Mai :)

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  4. Spannender Bericht vom Schweizer Reise- und Touristikblogger Jeremy Kunz ( #Reisewerk)

    Jeremy ist zur Zeit auf… http://t.co/3EKJuvNRG7

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  5. Super toller Eintrag und klasse Fotos! Wir haben auf der Insel Phuket sehr viele in qualvollen Verhältnissen lebenden Elefanten gesehen, was uns ganz schrecklich war. Aber so ähnlich positive eindrücke haben wir dagegen in dem Khao Sok NP bekommen. Gruß, Andrea

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    • Danke Flögi :)

      Ich bin derzeit gerade in Phuket unterwegs und besuche, um einen Vergleich ziehen zu können, auch einige Camps im Süden des Landes. Leider muss ich dir recht geben – die Verhältnisse im Süden des Landes sind ganz andere als im Norden. Nicht nur fehlt es oft einfach auch am Platz für geeignete Massnahmen, die Familien sind auch keine wirklichen Familien, da das Alphatier – ein Männchen – fast überall fehlt. „Zu gefährlich“ sagen die „Mahuts“, was natürlich quatsch ist. Es ist schlicht mehr Arbeit und bedingt bessere Haltungsbedingungen um Männchen halten zu können…

      Der Khao Sok NP habe ich letzte Woche besucht. Die Elefanten da habe ich nicht besucht, aber der Park als solches gefällt mir sehr gut.

      LG,
      Jeremy

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  6. Toller Bericht, Jeremy!
    Am liebsten würde ich sofort meine Koffer packen und auch zu Thara und Co. reisen.

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    • Danke Ina :)

      *g* verstehe ich sehr gut – ich will auch schon wieder zurück zu „meiner kleinen“. Wenn du sie besuchst, richte liebe Grüsse aus und mach n Foto für mich :D

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  7. Hey Jeremy, interessanter Beitrag! Wir sind in ein paar Wochen in Chiang Mai und auch auf der Suche nach einer verantwortungsvollen Elefantenerfahrung, am liebsten für länger als nur einen Tag. Auf der Seite finde ich nur Informationen über einen Tagestrip, wie hast du eine ganze Woche dort verbracht und wie viel hast du bezahlt? Danke für einen Tipp und viele Grüße, Rebecca

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    • Hallo Rebecca,

      vielen Dank. Ja, die Auswahl zu treffen fällt echt schwer. Wie geschrieben, kann ich die Patara Elephant Farm uneingeschränkt empfehlen. Ja, offiziell wird „nur“ der Tagestrip angeboten – wobei der schon extrem cool ist. Für einen längeren Aufenthalt einfach mal bei der Farm anfragen. Bei den Mahuts übernachten ist leider offiziell nicht möglich. Eine gute Alternative wäre das „The Doi“ Guesthouse welches direkt bei einem der Campstandorte liegt.

      Liebe Grüsse,
      Jeremy

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  8. Schöner Artikel, tolle Bilder! Nur eine wichtige Frage fehlt mir: Dürfen mehrere Menschen auf den Elefanten reiten? Hat PETA dazu gar nichts gesagt? Es ist nämlich wohl so, dass Elefanten zwar große Lasten ziehen oder schieben können, aber nicht auf dem Rücken tragen, ohne Schaden zu nehmen. Mehr als zwei Leute, vor allem mit schweren Sitzbänken, sind wohl schon richtig schlimm… Von den Bildern her scheint es auf dieser Farm aber kein Problem zu sein – oder?

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    • Das ist richtig. Auf dem Rücken können Elefanten keine Lasten tragen – resp. Sie können schon, jedoch ist dies sehr schädlich für das Tier. Siehe dazu das Bild aus Khaolak hier:
      http://reisewerk.ch/2014/03/elefanten-im-tourismus-worauf-ist-zu-achten/

      Jedoch ist es laut den von mir befragten Experten (Chiang Mai University Elephant Institute und Elephant Conversation Network) so, das Elephanten Menschen durchaus ohne Probleme tragen können – jedoch nicht unmittelbar auf dem Rücken, sondern zwischen Rücken und Kopf – also im Nackenbereich. Absolut schädlich für Elephanten sind Trekkings die mit Sitzen durchgeführt werden – diese sind auch abzulehnen.

      Bei der Patara Elephant Farm wird maximal eine Person pro Elephant eingesetzt – daher auch der Name: Elephant Owner for a Day und natürlich keinerlei Sitze oder sonstige Hilfsmittel wie die Metallhaken die man auch sehr oft in den Camps sieht.

      Derzeit bin ich einmal pro Woche auf der Farm und beobachte die Arbeit der Mahuts möglichst genau – ich denke, ich werde langsam aber sicher bereit, meine Hand für die Arbeit der Farm ins Feuer zu legen… bei Thara verfolge ich z.B. ganz genau Ihre Entwicklung und Erziehung. Im Gegensatz zu vielen Camps die Ihre jungen Elephanten durch rohe und absolut schreckliche Gewalt gefügig machen, wird hier mit einem Belohnungskonzept gearbeitet, welches mit verschiedenen Professoren und Tierärzten entwickelt worden ist. Auch Thara muss sich z.B. daran gewöhnen das Sie bald in der Nacht auch angekettet wird (Da Sie sich von Ihrer Mama irgendwann ablöst). Hier gewöhnt man die Kleine so daran, indem man Ihr ein Stück der Kette zum spielen gibt und Nacht’s an Ihrem „Halsband“ (Ein Seil das Ihr locker um den Nacken gelegt wird) anbindet.

      Also ja, Lasten sind vom Rücken weg zu halten. Trekkings mit Sitzen abzulehnen. Trekkings auf dem Nacken scheinen offenbar deutlich angenehmer für das Tier zu sein.

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  9. Danke für den Kommentar! So habe ich es auch verstanden (Nacken ok, Rücken nicht, 1 Person ohne Bank kurz wohl sogar auf dem Rücken ok) – und so sieht man es ja auch auf den Bildern. Das freut mich alles zu hören, was Du berichtest. Wenn ich mal wieder nach Thailand fahre, werde ich sehen, ob ich das Camp auch besuchen und darüber schreiben kann, auch mit Hinweis auf Deinen Fragenkatalog und diesen Artikel. Ich finde die Technik übrigens sehr gut, anhand eines positiven Beispiels auf Missstände hinzuweisen. So erhält der Leser einen doppelten Service: Informationen, welche Misstände zu meiden sind, und einen Tipp, wo man hinfahren kann, um Menschen zu unterstützen, die es besser machen. Denn die meisten lesen Reisereportagen und Blogs ja als Inspirationen und um zu recherchieren, wo sie hinfahren wollen (und Zeitungen drucken auch lieber Tipps, die haben gar keinen Platz für „Fahrt da bloß nicht hin“-Berichte). So viel noch mal zum Thema „Feel Good“-Berichterstattung, die ich persönlich auch betreibe und die durchaus sehr konstruktiv sein kann und nicht unkritisch sein muss.

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  10. Thanks :) @DanielleOTG you can watch more of them here:

    http://t.co/Hx8dNflAsX

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  11. Patara Elephant Farm via @Reisewerk
    http://t.co/m0OJEkH1Q5

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  1. […] der Suche nach einem Park bin ich beim Reisewerk.ch auf einen interessanten Artikel gestoßen. Diese Farm wäre auch mein erster Anlaufpunkt […]

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